Wie beurteilen Patienten die medizinische Versorgung? Fühlen sie sich verstanden und angemessen informiert? Und wie zufrieden sind sie insgesamt? Fragen nach den Erfahrungen von Patienten werden immer häufiger gestellt. In vielen Kliniken gehören Patientenbefragungen zum Standardrepertoire des Qualitätsmanagements (QM). Auch immer mehr niedergelassene Ärzte interessieren sich für die Rückmeldungen ihrer Patienten. Zum einen, weil regelmäßige Patientenbefragungen Teil des gesetzlich vorgeschriebenen QM sind, zum anderen, weil die Ärzte selbst immer häufiger öffentlich bewertet werden.
Leistungsanbietern soll die Patientenperspektive helfen, Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken und ihre Versorgungsqualität weiterzuentwickeln. Patienten wird mit der öffentlichen Darstellung von Patientenurteilen eine Orientierungshilfe für die Wahl ihres Arztes oder Krankenhauses versprochen. Doch Experten diskutieren kontrovers über die Aussagekraft der Befragungsergebnisse, vor allem im Hinblick auf die Frage „Wo bekomme ich die beste Versorgung?“.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Diskussion um Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der Erhebungen. Was erleben Patienten überhaupt als Qualität? Mit welchen Verfahren und Instrumenten können die Erfahrungen valide erhoben und abgebildet werden? Und welche Informationen benötigen Patienten, um Versorgungsqualität adäquat zu beurteilen?
Im Rahmen unseres Symposiums möchten wir mit Wissenschaftlern und Praktikern über die Möglichkeiten und Grenzen der Qualitätsdimension „Patientenerfahrungen“ sprechen. Wir wollen mit Ihnen über methodische Anforderungen diskutieren und gemeinsam mit Ihnen erörtern, wie die Erfahrungen von Patienten nutzbar gemacht werden können – von der schriftlichen Befragung in der Arztpraxis bis zur Online-Bewertung im Web 2.0.
Zu der Veranstaltung laden wir sie herzlich ein und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch.
Prof. Dr. Eckart Fiedler Dr. Brigitte Mohn Dr. Stefan Bilger