Suche 
 Aktuelles
 Stiftung Praxissiegel e. V.
 Akkreditierung
 Zertifizierung
 Europäisches Praxisassessment
 Veranstaltungen
 Presse
 Pressemeldungen
 Pressespiegel
 Bildmaterial
 Downloads
 Kontakt
 Sitemap

 

Pressemeldung 06. Juli 2007 drucken »   senden »
 

Aktuelle Studie belegt Wirkung von Qualitätsmanagement in Arztpraxen

Das Europäische Praxisassessment (EPA) fördert das Qualitätsbewusstsein und verbessert die Zusammenarbeit im Praxisteam

 

Berlin / Gütersloh – 06.07.2007. Das Qualitätsmanagement-System EPA fördert das Qualitätsbewusstsein von Ärzten und sorgt für eine bessere Zusammenarbeit im Praxisteam. Das sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag von Stiftung Praxissiegel e. V., die heute im Rahmen eines Symposiums in Berlin erstmals vorgestellt wurden. Stiftung Praxissiegel ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung und TOPAS Germany e. V. Der unabhängige Verein zertifiziert Arztpraxen, die ein anerkanntes Qualitätsmanagement-System erfolgreich anwenden.

 

„Die Studie zeigt, dass sich Anstrengungen zur Verbesserung der Qualität in Arztpraxen lohnen“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Stiftung Praxissiegel, Prof. Dr. Eckart Fiedler. Vorsichtigen Schätzungen zu Folge seien heute etwa 10 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) qualitativ mangelhaft oder falsch indiziert, so Fiedler. Nach seiner Einschätzung hat Qualitätsmanagement drei zentrale Erfolgspotentiale: „Der nach außen hin sichtbare Einsatz für Qualität erhöht das Vertrauen der Patienten und damit auch den Therapieerfolg. Außerdem werden die Arbeitsprozesse effizienter. Dadurch steigt die Arbeitszufriedenheit und der wirtschaftliche Erfolg der Praxen verbessert sich.“ Letztlich erhöhe eine bessere Qualität medizinischer Versorgung die Effizienz des Gesamtsystems: „Die knappen finanziellen Ressourcen werden erfolgreicher eingesetzt. Damit kann die prekäre Finanzlage insbesondere der GKV entschärft werden.“

 

„Qualitätssicherung in der Gesundheitspolitik ist kein Selbstzweck“, betonte der Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Dr. Klaus Theo Schröder. „Im Mittelpunkt stehen die Patientinnen und Patienten. Die vorhandenen Ressourcen müssen so eingesetzt werden, dass die bestmögliche Patientenversorgung gewährleistet wird. Darauf haben die Patientinnen und Patienten einen Anspruch, darauf müssen sie sich verlassen können.“ Zu den vorgelegten Studienergebnissen erklärte Dr. Schröder: „Hier zeigt sich, dass Patienten und Ärzte gleichermaßen von der Qualitätssicherung profitieren. Der Gesetzgeber hat mit der Einführung von Qualitätsmanagement-Systemen für niedergelassene Ärzte die richtige Entscheidung getroffen.“

 

Dass durch den Einsatz eines Qualitätsmanagement-Systems in den Praxen ein neues Bewusstsein für Qualität geschaffen wird, bestätigte Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg. „87 Prozent der befragten Ärzte sagen, dass EPA sie motiviert hat, sich weiter mit der Qualitätsförderung zu beschäftigen. Einige Praxen berichten zudem, dass bei medizinischen Fachangestellten das Engagement für Qualität und die Belange der Praxis spürbar gefördert wurden“, erklärte der Leiter der Evaluationsstudie. So wird aktuell in 78 Prozent der Praxen ein Verfahren zum Umgang mit Kritik von Patienten eingesetzt (im Vergleich zu 45 Prozent vor dem Einsatz von EPA). In 53 Prozent der Praxen existiert ein Verzeichnis kritischer Ereignisse (im Vergleich zu 29 Prozent zuvor). „Die Zahl der Teambesprechungen ist durch EPA gesteigert, die praxisinterne Zusammenarbeit verbessert worden“, so Szecsenyi. Die Arbeitszufriedenheit der Ärzte und Mitarbeiter habe sich durch das Qualitätsmanagement erhöht. „EPA befördert die Qualität kontinuierlich. Anders als beim vielfach geforderten ‚Ärzte-TÜV’ wird Qualität nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt gemessen“, betonte der Mediziner. Die häufig verwendete Analogie zum KFZ-TÜV sei deshalb im Gesundheitswesen nur bedingt hilfreich.

 

„Wir wissen, dass Versicherte und Patienten hohe Erwartungen an Gütesiegel und Zertifikate stellen. Umso mehr freuen wir uns, dass die Wirkung von Qualitätsmanagement jetzt erstmals durch eine Studie bestätigt wurde“, sagte Uwe Schwenk, Geschäftsführer von Stiftung Praxissiegel und Projektleiter bei der Bertelsmann Stiftung. „Unser Ziel ist es, die Transparenz über die Qualität der Gesundheitsversorgung zu erhöhen“, so Schwenk. Die Bertelsmann Stiftung engagiere sich daher kontinuierlich für die Entwicklung und Verbreitung von Instrumenten zur Qualitätsförderung. Aktuell plane die Stiftung die Erweiterung von EPA mit Blick auf die sich ausbreitenden neuen Versorgungsformen.

 

Stiftung Praxissiegel wurde 2004 gemeinsam von Bertelsmann Stiftung und TOPAS Germany gegründet. Der Verein trägt von unabhängiger Seite dazu bei, den Qualitäts- und Transparenzgedanken im Gesundheitswesen zu fördern. Er akkreditiert geeignete Qualitätsmanagement-Systeme, fachlich versierte Dienstleister sowie unabhängige Praxis-Visitoren anhand ausgewählter Kriterien. Derzeit ist das Europäische Praxisassessment
(EPA) als Verfahren anerkannt. Der gemeinnützige Verein verleiht zudem Arztpraxen, die EPA erfolgreich anwenden, ein Zertifikat für Qualität und Transparenz. Bislang wurden rund 730 Arztpraxen zertifiziert.

 

EPA wurde von internationalen Experten in sechs europäischen Ländern entwickelt und ist speziell auf die Anforderungen von Arztpraxen zugeschnitten. In der aktuellen Evaluationsstudie wurde untersucht, inwiefern Hausarztpraxen von der Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems profitieren. Diskutiert wurden die Ergebnisse im Rahmen des Symposiums „Qualität schafft Vertrauen – Positive Effekte von Qualitätsmanagement für Arzt, Patient und Beitragszahler“ in Berlin.



Zentrale Studienergebnisse

zur Wirksamkeit von EPA

 Download


Letzte Aktualisierung: 05.09.2009 © 2004 Stiftung Praxissiegel e. V.
Impressum Datenschutz